
Ende Mai entschloss ich mich zu einer Überschreitung des Ausseer Sandlings.
Da ein größerer Teil des Normalwegs auf der Nordseite verläuft, sollte man bei der Planung dieser Tour vor allem im Frühling die Schneelage im Auge behalten.
Der Schnee war inzwischen jedoch weitgehend verschwunden und die Bedingungen passten.
Tipp: Einen guten Hinweis auf die aktuellen Verhältnisse liefert manchmal Facebook. Über die Suchfunktion kann man nützliche Beiträge von Wanderern, die eventuell bereits kürzlich auf dem Gipfel waren und Fotos veröffentlicht haben finden.
Der 1.717 Meter hohe Sandling liegt westlich des Losers im Ausseerland und ist nicht nur wegen seines beeindruckenden Gipfelpanoramas, sondern auch wegen seiner Almen und der verschiedenen Auf- und Abstiegsmöglichkeiten ein beliebtes Tourenziel.
Die Tour führt nicht nur durch Almen und auf den Sandling, sondern auch an alten Bergwerksstollen, einer versteckten und meist unbesetzten Hütte mit gekühlten Getränken und geschichtsträchtigen Orten vorbei.
- Technik, Kondition
- Parkplatz — Start der Tour
- Aufstieg zur Sandlingalm (GPX-Track zur Tour)
- Aufstieg zum Sandling über den Normalweg
- Am Gipfel des Sandlings
- Abstieg über den Sandling-Klettersteig zur Vorderen Sandlingalm
- Abstieg zurück nach Lupitsch zum Waldgraben
- Sonnenexposition
Technik, Kondition
Die gesamte Wanderung wird aus technischer Sicht offiziell mit T2/T3 und „schwer“ eingestuft.
Die Einstufung „schwer“ entsteht hauptsächlich durch den Abstieg zur Vorderen Sandlingalm. Hier handelt es sich nämlich um einen sehr einfachen versicherten Klettersteig der Schwierigkeit A/B mit nur wenigen einzelnen Passagen im Schwierigkeitsgrad UIAA I.
Konditionell ist die Tour im mittleren Bereich angesiedelt. Insgesamt sind rund 10,6 Kilometer sowie ca. jeweils 900 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen. Insgesamt war ich ohne Pausen in zügigem Tempo gut 3 Stunden in Bewegung. Als durchschnittliche Gesamtgehzeit im normalen Tempo sollte man jedoch ungefähr 4 – 5 Stunden einplanen.
Parkplatz — Start der Tour
Ausgangspunkt der Tour ist der Waldgraben oberhalb von der Ortschaft Lupitsch.
Dort stehen zahlreiche kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Der Parkplatz ist in Google Maps nicht offiziell eingetragen. Öffne die markierte Position über „In Google Maps öffnen“, um die Navigation zu starten.
Aufstieg zur Sandlingalm

Die Tour beginnt direkt oberhalb des Parkplatzes auf dem Weg Nr. 8A. Auf der breiten Forststraße passierte ich gleich zu Beginn einen Schranken und stieg anschließend relativ gemütlich durch den Wald in Richtung Moosberg auf.
ACHTUNG: Auf keinen Fall der flach verlaufenden Forststraße nach Osten in Richtung Ruine Pflindsberg folgen! Hier gleich zu Beginn gut aufpassen!
Schon nach kurzer Zeit erreicht man schöne Lichtungen und Wiesen, von denen sich ein grandioser Ausblick auf den Loser eröffnet.
Außerdem führt der Weg am alten, geschichtsträchtigen Bergbauzentrum Moosberg vorbei. Dort befinden sich Stollen des Salzbergwerks Altaussee.
Einige Minuten später erreicht man auf einer Anhöhe eine Wegkreuzung. Hier unbedingt nach links abbiegen und der flach verlaufenden Forststraße folgen.
Der steile Weg bergab ermöglicht zwar ebenfalls einen alternativen Aufstieg, allerdings verliert man dabei zunächst rund 30 Höhenmeter, die man anschließend wieder aufsteigen muss.
Wenig später gelangt man zu einer kleinen, gemütlichen und abgelegenen Hütte.
Meist ist dort niemand anzutreffen, dennoch stehen in einem Brunnen eingekühlte Getränke bereit (Stand Mai 2026).
Bezahlt wird unkompliziert nach der ausgehängten Preisliste – einen angenehm schattigen Sitzplatz gibt es ebenfalls.

Kurz nach der Hütte ist erneut volle Aufmerksamkeit gefragt: Der steile Einstieg in den Wanderweg Nr. 252 zweigt unvermittelt scharf nach links Richtung Sandlingalm ab und kann leicht übersehen werden.
Zunächst folgt man dem breiten Weg nach der Hütte einige Meter bergab. Kurz darauf zweigt jedoch der relativ unscheinbare Steig nach links in den Wald ab und führt sofort steil bergauf.
Nun führt der Weg über Skipisten und östlich am Rehkogel vorbei in Richtung Sandlingalm. Immer wieder fällt dabei auch der Blick auf die Loser Arena und den Loser.
Spätestens ab diesem Abschnitt wird das Gelände auch zunehmend steiler und anspruchsvoller und bewegt sich auf T1- bis T2-Niveau.

Nach einiger Zeit erreicht man die idyllische Ausseer Sandlingalm.

Hier gibt es eine weitere Wegkreuzung – dem Wegweiser nach links folgen und in nordwestlicher Richtung zum Sandling auf dem Weg Nr. 252 weitergehen.

Aufstieg zum Sandling über den Normalweg
Nach der Ausseer Sandlingalm dreht der Weg vollständig nach Westen und führt an die Nordseite des Sandlings.
Auch hier sollte man aufmerksam bleiben, damit man die Abzweigung nach links zum steilen Normalweg
Nr. 251 auf den Gipfel (T2/T3) nicht übersieht. Wer nicht aufpasst, macht sonst eine Sandling-Umrundung 😂
Nun dreht der Weg vollständig nach Süden. Man befindet sich jetzt in einem technisch anspruchsvolleren, dafür aber schattigen Abschnitt am Nordhang des Sandlings.
Es handelt sich zwar nicht um einen Klettersteig, dennoch ist dieser Aufstieg auf T2- bis T3-Niveau durchaus ernst zu nehmen.
Im oberen Teil wird der Weg zunehmend schmaler und steiler und es folgen sogar ein bis zwei kurze, mit Stahlseilen versicherte Passagen.
Während des Aufstiegs reicht der Blick bei guter Sicht in nordwestlicher Richtung zum Leonsberg (Zimnitz) und zum Schafberg, während sich im Nordosten der Gamskogel und der Schönberg (Wildenkogel) erheben.


Nach dem anspruchsvolleren Teil gelangt man zunächst auf eine relativ ebene Hochfläche mit weiteren eindrucksvollen Panoramen auf die umliegende Bergwelt. Immer wieder schweift der Blick zum Loser und zur Trisselwand ab.


Anschließend führt der Weg Nr. 251 über felsiges Gelände und zwischen Latschen in einem stetigen Auf und Ab weiter Richtung Süden. In diesem Abschnitt sollte man besonders aufmerksam auf die Markierungen achten, da man sich sonst relativ rasch im Latschenmeer verirren kann.
Nun ergeben sich bei guter Sicht auch sensationelle Ausblicke zum Türkenkogel, Lawinenstein, Kampl, Grimming, dem Altausseer See und Tressenstein.
Kurz vor dem Gipfel beim Wegweiser weiter Richtung Sandling halten. Richtung Süden sieht man den Hallstätter See, den Hohen Sarstein und Dachstein.
Am Gipfel des Sandlings
Nach wenigen weiteren Weg- und Höhenmetern erreicht man schließlich den Gipfel des Sandlings.
Nun heißt es – ins Gipfelbuch eintragen (das auf diesem Gipfel Stand Ende Mai 2026 vorhanden war), jausnen und bei guter Sicht weitere phänomenale Ausblicke genießen.


Abstieg über den Sandling-Klettersteig zur Vorderen sandlingalm
Da der Normalweg kurz vor dem Gipfelkreuz etwas unübersichtlich endet, kann es beim Rückweg leicht passieren, dass man den Weg nicht sofort wiederfindet und aus lauter Gipfeleuphorie sogar in die falsche Richtung losmarschiert.
Gemeinerweise führt vom Gipfel ein deutlich ausgetretener Pfad weiter in südlicher Richtung – dieser mündet jedoch in eine unmarkierte und ausgesetzte Abstiegsroute im T5-Bereich.
Also gut aufpassen: Der Einstieg zurück zum Normalweg befindet sich etwas nordöstlich des Gipfelkreuzes. Im Zweifelsfall hilft ein kurzer Blick auf die Karte am Smartphone mit aktivierter GPS-Standortanzeige.
Anschließend geht man einige Meter zurück nach unten und zweigt dann beim Wegweiser nach links auf den Weg Nr. 250 Richtung Westen zur Lambacher Hütte/Vordere Sandlingalm bzw. zum Sandling Klettersteig ab.
Ab hier beginnt der technisch anspruchsvollere Teil der Tour. Bei Nässe würde ich von dieser Route abraten und stattdessen wieder über den Normalweg absteigen.
Kurz vor dem Einstieg zum Klettersteig sieht man bereits hinunter zur vorderen Sandlingalm, dem Ziel des Abstiegs.
Es handelt sich um einen relativ einfachen A/B-Steig mit einzelnen Kletterpassagen im Schwierigkeitsgrad UIAA I. Dennoch sollte man ihn besonders im Abstieg nicht unterschätzen.
Nachdem der Klettersteig und anschließende letzte T3-Abschnitt erfolgreich gemeistert wurde, landet man in der vorderen Sandlingalm.
Hier befindet sich auch ein weiterer geschichtsträchtiger Ort: Im September 1920 ereignete sich ein gewaltiger Bergsturz, bei dem ein großer Teil der Sandling-Westwand zusammenbrach und Millionen Kubikmeter Kalkgestein mehrere Almhütten unter sich begruben.

Abstieg zurück nach Lupitsch zum Waldgraben
Nun folgt man dem Weg Nr. 250 weiter nach Süden in den Wald hinein und orientiert sich stets an den Wegweisern in Richtung Lupitsch.
Nach einigen Höhenmetern führt der weiterhin teilweise steile Abstieg auf T2-Niveau unmittelbar am Sandlingbach entlang.
An einer weiteren wichtigen Wegkreuzung im Wald – auch hier wieder aufmerksam bleiben – folgt man dem Wegweiser nach links und weiterhin in Richtung Lupitsch.
Würde man dem Weg unabsichtlich nach rechts folgen, steigt man im schlimmsten Fall komplett falsch ab und landet am Ende weit entfernt vom Parkplatz in St. Agatha.

Anschließend gelangt man allmählich wieder in etwas flachere Waldabschnitte.
Im weiteren Verlauf erreicht man eine Lichtung mit einem neuerlichen grandiosen Ausblick auf den Hohen Sarstein, bevor der Weg hinunter zu einer Forststraße führt.
Nun ist auf den letzten Metern erneut volle Aufmerksamkeit gefragt: Sobald man die Forststraße erreicht, biegt man sofort nach links ab und folgt ihr längere Zeit in östlicher Richtung.
Nach einiger Zeit und einigen zusätzlichen Höhenmetern auf der Forststraße zweigt rechts ein kurzer Weg durch den Wald ab, der schließlich direkt bei einem Haus endet.
Nun folgt man erneut einer Forststraße in südlicher Richtung kurz steil bergab und biegt an ihrem Ende nach links ab.
Abschließend geht es auf einer asphaltierten Straße an einigen Häusern wieder in östlicher Richtung vorbei noch wenige Meter bergab, bis man wieder den Ausgangspunkt der Tour im Waldgraben erreicht.
Sonnenexposition
Die Sonnenexposition wechselt auf dieser Runde mehrmals. Zu Beginn verläuft die Route südlich und östlich des Sandlings über Abschnitte, die bereits am Vormittag der Sonne ausgesetzt sind. Besonders auf der südseitig gelegenen Ausseer Sandlingalm gibt es kaum Schatten.
Hinter der Alm wechselt man auf die Nordseite des Berges, wo der Aufstieg über den Normalweg deutlich schattiger verläuft. Das felsige und nur von Latschen bewachsene Hochplateau ist hingegen wieder weitgehend ungeschützt.
Bei einem frühen Start liegen der Klettersteig und der Abstieg zur Vorderen Sandlingalm häufig noch im Schatten.
Danach führt der Weg zwar überwiegend durch Wald, verläuft jedoch erneut über südlich ausgerichtete Hänge. Spätestens auf den abschließenden Forst- und Asphaltstraßen kann es um die Mittagszeit oder am Nachmittag recht warm werden.
Bist du bereits auf den Sandling gewandert, hast ihn ebenfalls überschritten oder kennst du eine interessante alternative Route? Dann teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren.
Auch Hinweise zur aktuellen Wegbeschaffenheit sind jederzeit willkommen.
⚠ Achtung: Die beschriebene Tour beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen zum Zeitpunkt der Begehung. Bedingungen, Wegverhältnisse und Markierungen können sich jederzeit ändern. Auch der bereitgestellte GPX-Track dient lediglich zur Orientierung.
Die Tour sollte daher nur unternommen werden, wenn die eigenen technischen und konditionellen Fähigkeiten dafür ausreichen. Die Einschätzung der aktuellen Verhältnisse sowie die Entscheidung zur Begehung liegen in der eigenen Verantwortung. Selbstüberschätzung kann im alpinen Gelände schnell gefährlich werden.
































